4 Gründe, Flexitarier zu essen

Was ist flexitarisches Essen?

Flexitarier ernähren sich hauptsächlich vegetarisch, essen aber Fleisch, Fisch und andere tierische Produkte, wenn sich die Gelegenheit ergibt und nach eigenem Ermessen. Das Wort ist eine Neuerfindung von „Flexibilität“ und „vegetarisch“. Solche flexiblen Vegetarier sollten nicht als willensschwache Vegetarier angesehen werden, die sich hin und wieder Fleisch gönnen, wenn es ihnen gerade passt. Flexitarier entscheiden sich bewusst dafür, ihren eigenen Fleischkonsum deutlich zu reduzieren. Damit einher geht ein verstärkter Fokus auf die Qualität des verzehrten Fleisches. Produkte aus Massentierhaltung unter menschenunwürdigen und ungesunden Bedingungen sind tabu. Die meisten Flexitarier legen großen Wert auf Bio-Siegel, Nachhaltigkeit und Tierschutz. Wenn Fleisch gegessen wird, stammt es aus besonders guten Quellen und Haltungssystemen.

In Deutschland sehen sie sich als Flexitarier mehr als zehn Prozent der Menschen† Ein in den letzten Jahren wachsendes Bewusstsein in der Gesellschaft für eine gute und nachhaltige Produktion in der Land- und Viehwirtschaft, ein gestiegenes allgemeines Umweltbewusstsein und klimafreundliche Lebensstile sind die Hauptgründe für die rasant wachsende Anhängerschaft von Flexitariern. Der Fokus auf die individuelle Gesundheit und tiefe Einblicke in die teils katastrophalen Bedingungen der Massentierhaltung haben viele Menschen dazu gebracht, ihren eigenen Fleischkonsum zu überdenken.

Da der Begriff „Flexitarismus“ relativ neu ist, ist es wichtig festzuhalten, dass Flexitarier-Essen keineswegs ein neues Phänomen ist. Viele Menschen ernähren sich aus eigenen Gründen und nach eigenen Essgewohnheiten überwiegend vegetarisch, ohne sich als Flexitarier oder Halbvegetarier zu bezeichnen. Auch ist noch nicht klar, inwieweit fleischreduzierte Diäten wie die Mittelmeerdiät, die Nordische Diät oder die DASH-Diät als Flexitarierdiäten bezeichnet werden können. Die Gruppe der Menschen, die wenig Fleisch und hauptsächlich Gemüse essen, ist vermutlich viel größer als bisher angenommen.

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4 Gründe für die gesunde Flexitarier-Ernährung

1. Sie profitieren in puncto Gesundheit

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung maximal 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche. In Deutschland wird im Schnitt doppelt so viel Fleisch gegessen. Flexitarier, die nur gelegentlich Fleisch konsumieren, kommen der Empfehlung der DGE teilweise sehr nahe. Sie profitieren von allen Vorteilen einer vegetarischen Ernährung, zusätzlich können Sie durch den geringen, bewusst gewählten Fleischanteil in Ihrer Ernährung wichtige Vitamine und Nährstoffe aus tierischen Lebensmitteln beziehen. Das für den menschlichen Stoffwechsel so wichtige Vitamin B12 kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor. Flexitarier können durch eine ausgewogene Ernährung mit etwas Fleisch hin und wieder ausreichend B12 aufnehmen. Da Flexitarier jedoch hauptsächlich Vegetarier sind, sind mit pflanzlicher Ernährung viele gesundheitliche Vorteile verbunden. Ausreichend Ballaststoffe können die Verdauung unterstützen. Gleichzeitig sind lösliche Ballaststoffe besonders gut für einen normalen Blutzuckerspiegel. Auch die Herz-Kreislauf-Gesundheit profitiert von einer vegetarischen Ernährung dank eines stabilen und gesunden Blutdrucks. Auch das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, ist geringer.

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2. Du lebst nachhaltiger und klimabewusster

Der jährliche Fleischkonsum pro Kopf in Deutschland lag im Jahr 2020 bei 57,33 Kilogramm. Obwohl der Fleischkonsum deutlich rückläufig ist – 1991 beispielsweise aßen die Deutschen noch fast 64 Kilogramm Fleisch pro Kopf –, essen wir immer noch viel zu viel Fleisch und Wurst. Tiere und Umwelt leiden unter unserem unstillbaren Appetit auf Fleisch. Würdelose Massentierhaltung, kranke Tiere, die prophylaktisch mit Antibiotika behandelt werden, und riesige landwirtschaftliche Flächen, die für die Vieh- und Futtermittelproduktion genutzt werden, hinterlassen einen umweltschädlichen und klimafreundlichen Fußabdruck. Die Fleischindustrie, wie sie derzeit betrieben wird, ist nicht nachhaltig und muss sich ändern. Dazu muss sich zunächst das Verbraucherverhalten ändern. Denn unsere Nachfrage bestimmt den Markt und die Produktionsverfahren. Flexitarier, die großen Wert auf gute Fleischqualität, artgerechte Tierhaltung und nachhaltige Produktion legen, tragen durch ihre Kauf- und Konsumentscheidungen dazu bei, die Fleischproduktion zukünftig humaner und ökologisch nachhaltiger zu gestalten.

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3. Diät ist einfach zu befolgen

Einer der überzeugendsten Aspekte der Flexitarier-Diät ist, wie einfach die Diät zu befolgen ist. Für Lebensmittel tierischen Ursprungs gibt es keine Verbote und keine klar definierten Obergrenzen. Es zählt nur der Gedanke, den Fleischkonsum zu reduzieren. Wie viel oder wenig Fleisch Sie am Ende essen, liegt ganz bei Ihnen. Natürlich steigen der gesundheitliche Nutzen und die positiven Auswirkungen auf Tier- und Umweltschutz, wenn Sie Ihren Fleischkonsum so weit wie möglich reduzieren. Die Alltagstauglichkeit der flexitarischen Ernährung verschafft der Ernährung viele Nachahmer, denn der Spielraum für spontane Ernährungsentscheidungen ist groß. Flexitarier müssen sich keine Sorgen machen, in einem Restaurant keine passenden Gerichte für sie zu finden. Auch Einladungen zum Essen bei Freunden stellen keinen Stolperstein dar. Wer sich überwiegend vegetarisch ernährt und auf eine ausgewogene Ernährung achtet, kann als Flexitarier je nach Anlass Fisch und Fleisch essen.

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4. Einfach abnehmen oder Wunschgewicht halten

Normalerweise ist eine pflanzliche Ernährung gesünder als eine fleischreiche Ernährung. Auch auf der Waage macht sich eine flexitarische Ernährung bezahlt, denn mit pflanzlichen Ballaststoffen im Magen lässt sich das Wunschgewicht viel leichter halten. Ungesunde Essanfälle bei plötzlichem Heißhunger können vermieden werden. Frühe Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass sich flexitarische Ernährungsweisen positiv auf die Gewichtsabnahme und ein gesundes Gewichtsmanagement auswirken können.

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